Positionspapier "Berücksichtigung der Bedarfe von geflüchteten LSBTI*"

Positionspapier “Berücksichtigung der Bedarfe von geflüchteten LSBTI*”

lag-positionPositionspapier zur Berücksichtigung der Bedarfe von geflüchteten LSBTI* im Gewaltschutzkonzept zur Unterbringung von Geflüchteten in NRW

Vorsichtige Schätzungen gehen davon aus, dass etwa 5-10% der geflüchteten Menschen, die derzeit zu uns nach Deutschland kommen, lesbisch, schwul, bisexuell, trans- oder intergeschlechtlich und queer sind (LSBTIQ*). Sie flohen nicht nur vor Krieg, Naturkatastrophen oder wirtschaftlicher Not aus ihren Herkunftsländern, sondern auch wegen ihrer Verfolgung, Kriminalisierung und Stigmatisierung als LSBTIQ*.

Aber nicht nur die Situation in ihren Herkunftsländern, sondern auch die Homo- und Trans*feindlichkeit in Gemeinschaftsunterkünften macht sie zu einer besonders vulnerablen und damit besonders schutzbedürftigen sozialen Gruppe unter den Geflüchteten. Oft sind LSBTIQ* in Geflüchteten-Unterkünften massiver psychischer und physischer Gewalt ausgesetzt.

Gleichzeitig sind sie nicht nur Geflüchtete mit ihren besonderen Bedarfen bezüglich Asylverfahren und Unterkunft, sondern von Anfang an auch in der Community präsent. Sie suchen – wie wir alle – soziale Kontakte, Freundschaften, Liebe, Sex. In vielen Organisationen und Initiativen entstehen derzeit Angebote für LSBTI*-Geflüchtete sowie für Menschen, die haupt- oder ehrenamtlich in der Geflüchteten-Hifle aktiv sind oder aktiv werden wollen.

Das Kampagnenbüro “anders und gleich – Nur Respekt Wirkt”, in Trägerschaft der LAG Lesben in NRW e.V., hat hierzu umfangreiche Informationen im Netz zusammengestellt, siehe www.andersundgleich-nrw.de/flucht.html.
Hier findet sich auch ein Positionspapier zu den Bedarfen von LSBTI*-Geflüchteten, das von LAG Lesben in NRW e.V., Kampagne „anders und gleich – Nur Respekt Wirkt”, Landeskoordination Anti-Gewalt-Arbeit, SchLAu NRW baracka, Integrationsagentur im rubıcon e.V., LSVD NRW e.V., Schwules Netzwerk NRW e.V., Integrationsagenturen NRW (März 2016) unterzeichnet wurde. Die Nicht-Regierungsorganisationen formulieren außerdem Handlungsbedarfe für die Unterbringung. Das Papier ist im Zusammenhang eines Fachaustauschs des Innenministeriums und des Emanzipationsministeriums NRW entstanden, an dem Vertreter_innen der Nicht-Regierungsorganisationen teilnahmen.